Zentrale Projektergebnisse

Zur Anschaulichkeit der Projektergebnisse stellen wir im Folgenden eine Auswahl der besonders anschaulichen Projektergebnisse vor.

Modulare und personalisierte Mobilitätsdienste

In dem Arbeitspaket 4 Use Cases wurden modulare und personalisierte Mobilitätsdienste entwickelt, die bereits teilweise Mobilitätsnutzern zum Download zur Verfügung stehen.
In dem Teilprojekt 4.1 Modelle und Werkzeuge für Indoor Karten wurden Smartphone- Anwendungen für das Indoor-Routing und die Lokalisierung in Gebäuden entwickelt, beispielsweise den TUM Universitätsgebäuden und öffentlichen Bahnstationen in München. Nutzer, die diesen Service verwenden, können geroutet und lokalisiert werden, auch wenn kein GPS verfügbar ist. Die Ergebnisse wurden in zahlreichen Veranstaltungen und Wettbewerben vorgestellt und eine Ausgründung ist in Planung.

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Abbildung 1:Smartphone Anwendungen für Indoor Routing (links) und Navigation in Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrsstationen (rechts)


Aus dem Bereich der Verkehrstechnik wurden zwei Anwendungsfälle bearbeitet, die eine der wichtigsten Herausforderungen in städtischen Gebieten den Verkehr adressieren. Die zunehmende Zahl von Fahrten, Reisenden und Fahrzeugen führen nicht nur zu Staus, sondern wirkt sich auch negativ auf die Verkehrssicherheit, die Wirtschaftlichkeit und die Umwelt aus. Hauptziel des Anwendungsfalls Teilprojekt 4.2 Umwelt-sensitives Verkehrsmanagement war die Entwicklung innovativer Szenarien und Technologien, die zur Verringerung der durch den Straßenverkehr verursachten Emissionen (z.B. Luftschadstoffe, Treibhausgase und Lärm) in städtischen Gebieten beitragen. Die Abschätzung des Emissionsniveaus (aktuell und zukünftig) und die Prüfung unterschiedlicher Verkehrsmaßnahmen wurden mit Hilfe von Verkehrssimulationen und Emissionsmodellen durchgeführt.
Ein weiteres Ergebnis der modularen und personalisierten Mobilitätsdienste ist die Entwicklung von „TourRec“ im Teilprojekt 4.4 Kollaborative und soziale Mobilitätsdienste. Die Anwendung bietet dem Mobilitätsnutzer Veranstaltungsempfehlungen, Dienstleistungen für den öffentlichen Nahverkehr sowie Routenempfehlungen an. Die Basis von TourRec ist eine modulare und skalierbare Architektur, die es ermöglicht, neue Empfehlungsalgorithmen oder Datenquellen wie Foursquare einfach hinzuzufügen. Die Anwendung steht Mobilitätsnutzern zum Download bereit.

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Abbildung 2:TourRec Android Applikation und als Public-Display-Version

Wiederverwendbare technologische Bausteine


In den Arbeitspaketen 3 Plattformarchitektur und Core Services und 5 Geospatial- Temporal Analytics wurden technologische Bausteine für den Einsatz in Mobilitätsplattformen entwickelt. Diese Bausteine sind dabei nicht spezifisch für eine Plattform entwickelt, sondern zur Wiederverwendung und Integration in kommerzielle und open-source Mobilitätsplattformen gestaltet.
Die Teilprojekte 3.2 Integriertes Monitoring und 3.3 Visueller Service-Management Leitstand umfassten die Entwicklung eines Konzepts und die Implementierung einer integrierten Monitoring‐Daten‐Architektur für die offene Service‐Plattform des TUM LLCM, die sowohl historische als auch Echtzeit‐Informationen über die Nutzung (Lastprofile) und die Qualität der Services der Plattform (z.B. Auslastung, Verfügbarkeit, Antwortzeit, Durchsatz, Fehlerhäufigkeit) auf verschiedenen Abstraktionsebenen in einheitlich auswertbarer Form bereitstellt und entsprechend visualisiert.

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Abbildung 3:Darstellung der Weboberfläche des Prototyp aus den Teilprojekten 3.2 und 3.3 zur automatisierten Rekonstruktion der IT Landschaft

Im Teilprojekt 3.5 Privacy-Preserving Proximity Services wurde ein Ansatz entwickelt, der das Prinzip Privacy-by-Architecture direkt beim Entwurf des System-Designs berücksichtigt. Dabei wurde die Isolierung sensibler privater Informationen durch ein Modul zum Schutz der Privatsphäre verbessert, das durch neuartige, leichtgewichtige Virtualisierungstechniken unterstützt wird. Auf diese Weise wird die Sicherheit und der Schutz der Privatsphäre der Nutzer verbessert.
Ein weiterer technologischer Baustein ist die Entwicklung und Bereitstellung eines hocheffizienten (approximativen) Geospatial-Join-Algorithmus im Rahmen des Teilprojektes 5.1 Integrationsplattform für temporale/geographische Daten, der es erlaubt, über eine Milliarde Punkte pro Sekunde mit Kartenmaterial (bspw. Stadtbezirke oder Straßen) zu verknüpfen. Der Algorithmus nutzt dabei die Mehrkernarchitekturen und die großen Hauptspeicherkapazitäten moderner Rechner aus. Der Ansatz ermöglicht es somit, große Mengen an Geodaten in Echtzeit auszuwerten. Diese Ergebnisse wurden zum Projektende öffentlich zugänglich gemacht.

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Abbildung 4:Interaktive Analysen zum New York City Taxi Datensatz

Empirische Studien und Design Pattern

In dem Arbeitspaket 2 Plattform-Anforderung, Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsketten wurden Design Patterns entwickelt und empirische Studien durchgeführt.
Ein Beispiel ist die entwickelte Methodik zur kollaborativen Modellierung und Visualisierung von Geschäftsökosystemen, die Unternehmen zur firmeninternen Geschäftsökosystemanalyse verwenden können. Zur Unterstützung der Methodik wurde im Teilprojekt 2.2 Crowdsourcing und Crowdinnovation ein webbasierter Prototyp entwickelt, der im Projektverlauf an den Industriepartner BMW übergeben wurde. Darüber hinaus wurde das Münchener Mobilitätsökosystem mit Hilfe von öffentlich zugänglichen Daten modelliert und visualisiert.

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Abbildung 5:Visualisierung des Mobilitätsökosystems der Region München auf Basis von öffentlich zugänglichen Daten

Im Teilprojekt 2.4 Geschäftsmodelle Plattformanbieter wurde ein konfigurierbares Geschäftsmodell für den nachhaltigen Betrieb von Mobilitätsplattformen entwickelt. Diese Plattformen ermöglichen eine Zusammenarbeit verschiedener Partner, vom Plattformbetreiber über Industriekonzerne bis hin zu Start-Ups. Als Hilfestellung wurde dazu ein Konzept eines Mobilitätsserviceökosystems erarbeitet und mit Hilfe der e3-Value Notation visualisiert.

Wenn Sie mehr über das Projekt erfahren wollen, schreiben Sie gerne eine Mail an den akademischen Projektleiter Prof. Dr. Florian Matthes (matthes(at)in.tum.de).