AP2: Plattform-Anforderungen, Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsketten

Neben den bekannten erfolgreichen Beispielen für Service- und Content-Plattformen (Amazon Marketplace, Apple Store, Google Play) gibt es weltweit eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen mehr oder weniger erfolgreichen Plattform-Initiativen mit sehr unterschiedlichen Nutzenversprechen und Geschäftsmodellen (Smedlund 2012).

Es besteht ein hoher Forschungsbedarf, diese Ertragsmodelle und Plattformtypen zu systematisieren und zu analysieren, um methodisch und strukturiert Anforderungen an die Geschäftsmodelle, die technische Architektur, die technischen Komponenten, die Management-Prozesse, Schnittstellen, Vertragsgestaltung und den Tool-Support einer Plattform ableiten zu können. Weiterhin existiert noch kaum gesichertes Wissen über die notwendigen und förderlichen Metriken und Maßnahmen bezüglich Qualitätsmanagement und Partnermanagement.

Für den Aufbau und den Erhalt dieses Ökosystems müssen neue Partner und Services in einen strukturierten Prozess hinzugefügt (Onboarding) und nach Beendigung der Nutzung der Plattform wieder sicher aus dem Ökosystem entfernt werden (Offboarding). Diese beiden Prozesse umfassen teilweise komplexe und fehleranfällige technische, organisatorische, juristische und finanzielle Teil-Prozesse, die sich nach dem heutigen Stand der Technik und Wissenschaft nur schwer präzise modellieren und automatisieren lassen. Dies führt zu hohen personellen Aufwänden und Qualitätsproblemen im Produktivbetrieb. Es ist zu erforschen, inwiefern hier signifikante Fortschritte wie im Bereich des Cloud Computing und der NextGeneration Datacenter möglich sind.

Ein in der Praxis zunehmend eingesetzter innovativer Mechanismus, um die Attraktivität einer Plattform für relevante Nutzer- und Interessensgruppen zu maximieren, besteht darin, die Endanwender durch geeignete Crowdsourcing- und Crowdinnovation-Prozesse in die Weiterentwicklung der Plattform, die Entwicklung und Gestaltung individueller Dienste, und in die Erstellung, Strukturierung und Bewertung von benutzergenerierten Inhalten einzubinden. Diese Prozesse umfassen Befragungen, Spiele, Wettbewerbe, Hackathons aber auch themenspezifische Inkubatoren. Hier ist zu untersuchen, ob und welche dieser Maßnahmen für Mobilitätsdienste in Deutschland prinzipiell und praktisch geeignet sind, und ob und wie sich solche Communities systematisch entwickeln lassen.

Entwicklerwerkzeuge und Bibliotheken unterstützen Dienstentwickler bei der Konzeption, Implementierung, Test, Inbetriebnahme, Betrieb und bei der Fehlerbeseitigung ihrer softwarebasierten Dienste. Diese Werkzeuge richten sich gegenwärtig an erfahrene Programmierer und erfordern einen erheblichen Einarbeitungsaufwand, so dass Entwickler sich typischerweise auf eine Plattform spezialisieren.

Für die vereinfachte Integration von bestehenden Diensten bieten sich grafische Werkzeuge an. Diese sogenannten Mashup-Tools erlauben die interaktive Modellierung von Daten- und Kontrollflüssen zwischen Komponenten auf der Basis von vorgegebenen Bausteinen, Regeln und Vorlagen. Ungelöst sind noch Fragen der Modellierung von Transaktionen, Prozessen und komplexere Interaktionsschemata, die entsprechend der Plattformvorgaben integriert werden.

TP2.1: Partner On- und Off-Boarding
TP2.2: Crowdsourcing und Crowdinnovation
TP2.3: Service Mashups Entwicklungs- unterstützung
TP2.4: Geschäftsmodelle Plattformanbieter