AP3: Plattformarchitektur und Core Services

Die vorangegangenen Abschnitte beschreiben die Sicht der Partner und Nutzer sowie deren Anforderungen an eine offene Mobilitätsplattform von „außen“. Die Kenntnis dieser Anforderungen und ihrer zu erwartenden zukünftigen Entwicklung bildet die Grundlage für die Gestaltung der technischen Plattform-Architektur. Ein wesentliches technisches Ziel ist dabei die Ausgestaltung als föderierte Plattform für lokale und georeferenzierte Mobilitätsdienste.

Diese Plattform soll neben den Diensten auch heterogene Daten integrieren und aufbereiten, insbesondere von verschiedenen Transportanbietern, Fahrzeugen sowie Kartendiensten. Ziel der Architektur ist es, das optimale Zusammenspiel der Systemkomponenten unter verschiedenen Aspekten sicher zu stellen. Diese sind u.a. die klare Aufgabenteilung und Entkoppelung, aber auch die Sicherstellung von Performanz, effizienter Entwicklung und Weiterentwicklung. Ein zentrales Spannungsfeld ist der Wunsch nach Sicherheit und Datenschutz gemäß deutscher und europäischer Standards und Vorgaben. Unter dem Stichwort „Sensing on Demand“ sollen so nur ausgewählte Endnutzergenerierte (Sensor-) daten der Plattform bereitgestellt werden und im Teilprojekt „Accountability“ soll sichergestellt werden, dass die Nutzer die Hoheit über Ihre Daten behalten und eine Zweckbindung sowie Lösung definieren können.

Der Architekturentwurf für eine offene digitale Mobilitätsplattform erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen praxiserfahrenen Architekten, die mit bewährten Architekturen aus dem Bereich Unternehmenssoftware (JEE, Transaktionsmonitore, relationale Datenbanken, Messaging Queues, Data Warehouses, Identity Management) vertraut sind, und Entwicklern innovativer kundenzentrierter und hochskalierbarer Lösungen mittels Cloud Architekturen, NoSQL Datenbanken, Suchmaschinen, JavaScript Frameworks, Big Data Analytics Engines und Semantic Web Technologies.

Bisher existieren noch keine öffentlich verfügbaren Architekturprinzipien, Referenzarchitekturen oder und Architekturmuster speziell für Mobilitäts-ServicePlattformen. Es ist zu erwarten, dass diese durch gestaltungsorientierte und empirische Forschung analog zu betrieblichen Anwendungsarchitekturen (Banken, Versicherungen, Telekommunikationsdienstleister, Handelsunternehmen) entwickelt werden können.

Unter dem Begriff Core Services (Kerndienste) werden differenzierende Mehrwert-Dienste einer Plattform zusammengefasst, die allen Partnern über vordefinierte Schnittstellen und mit standardisierten Prozessen zur Verfügung gestellt werden. Dabei handelt es sich entweder um generische domänenspezifische Dienste (Geokodierung, Georeferenzierung, Routenplanung, Nachbarschaftssuche etc.) oder um Querschnittsdienste (Authentifizierung, Autorisierung, Service Management, Service Level Agreement, Service Monitoring, Service Billing, Onboarding, Offboarding, etc.), die grundsätzliche für alle Dienste relevant sind.

Das Beispiel des hart umkämpften Markts der IaaS- und PaaS-Plattformanbieter zeigt deutlich, dass diese Dienste hochgradig effizient und kostengünstig erbracht werden müssen, und sich gleichzeitig mit hoher Dynamik weiter zu entwickeln. Das erfordert die Entwicklung von und den Einsatz innovativer softwaretechnischer Methoden (Serviceorientierte Architekturen, modellbasierter Werkzeuge, Micro Services, introspektiver Architekturen, datenzentrierte Big Data Architekturen, etc.) und domänenspezifischer algorithmischer und domänenspezifische, algorithmische und datenbanktechnischer Innovationen (Nachbarschaftssuche, intermodale Routenplanung, Verkehrsmodellierung und Verkehrsvorhersage).

TP3.1: Accountablity
TP3.2: Integriertes Monitoring Infrastruktur, Services & Business
TP3.3: Proximity Services
TP3.4: Visueller Service-Management Leitstand
TP3.5: Sensing on Demand
TP3.6: Technische Plattform-Architektur